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Stadtmuseum nimmt kein Eintrittsgeld mehr

Neue Marketingstrategie des Güstrower Tousismusvereins / Hoffnung auf mehr Besucher und Spenden


Mit einer Neujahrsüberraschung empfängt ab heute das Stadtmuseum der Barlachstadt seine Besucher: Eintritt kostenlos! Der freie Eintritt ist eine Entscheidung des Vereins Güstrow-Tourismus, der für die Stadt das Museum betreibt und vermarktet, erklärte dazu Bürgermeister Arne Schuldt auf Nachfrage. Sie sei im Zuge der Diskussion rund um die Zukunft der Kultureinrichtungen in der Barlachstadt im vergangenen Jahr herangreift und schließlich vom Vereinsvorstand so beschlossen worden.
Damit wandelt Güstrow auf Rostocker Pfaden. Die Hansestadt verlangt seit einiger Zeit keinen Eintritt von den Besuchern seiner Museen. Viel mehr setze man in Rostock darauf, durch den kostenlosen Zutritt mehr Besucher in die musealen Einrichtungen zu locken und so deren Bekanntheitsgrad zu steigern. Im Gegenzug werden die Besucher auf Spendenmöglichkeiten für die kulturellen Einrichtungen aufmerksam gemacht. Prinzip Hoffnung: Wem es gefallen hat, der werde vielleicht oder auch ganz sicher zu einer Spende bereit sein. Zusätzlicher Effekt: Ein freiwilliger Obolus - selbst ein individuell als recht gering empfundener - liegt oft sogar deutlich über dem (fiktiv gewordenen) Eintrittspreis, der in den städtischen Einrichtungen in aller Regel niedrig ist und die Betreiberkosten zumeist nicht annähernd wiederspiegelt. Und Rostock, das habe Schuldt schon ausgemacht, fahre mit seiner Regelung deutlich besser als etwa Schwerin, das relativ hohe Eintrittsgelder erhebe.

Neue Angebote sollen Besucher anlocken
Wie in der Hansestadt waren auch in Güstrow unbefriedigende und sogar rückläufige Besucherzahlen der Anstoß für die Diskussion um die Gestaltung der Eintrittspreise. In der Stadtvertretung wurde kontrovers debattiert, teilweise sogar - die Zukunft des Stadtmuseums in Frage gestellt worden (SVZ berichtete). Im Ergebnis akzeptierte die Stadtvertretung den neuen Weg, den der Verein mit dem Museum gehen will. Derweil haben im Museum die Umbauarbeiten für die geplante neue Dauerausstellung "Güstrow im 20. Jahrhundert" begonnen. Auch werden zusätzlich zu den Dauerexponaten "Schätze aus dem Depot" in monatlichen Zyklen ans Licht gebracht und so für die Öffentlichkeit erlebbar gemacht. Auch dies ist als Maßnahme gedacht, um speziell die Güstrower und Menschen im Umland zu öfteren Besuchen im Stadtmuseum zu animieren.
Anders die Situation in der benachtbarten Galerie Wollhalle. Nur zu Ausstellungzeiten geöffnet, kassiert hier die Stadt von den Besuchern 2,50 Euro (ermäßigt 1,50 Euro).
Text: Eckhard Rosentreter
[SVZ 02.01.2012]


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