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Vergrößern die Riege der nunmehr 45 Güstrower Stadtführer: Hannelore Garloff, Gunther Rahmlow, Winfired Krüger, Hans-Jürgen Paul, Hanna Seimer, Angelika Engelke, Hartmut Fischer, Hanna Neumann, Maren Granzow, Doreen Lange, Brigitte Hansen (von links)

Pauken für Stadtführer - Zertifikat


Seit gestern gibt es elf weitere Stadtführer in der Barlachstadt Güstrow / Zweiter Englisch - Übersetzer künftig dabei

GÜSTROW - Jetzt können Sie aufatmen. Die elf Frauen und Männer haben sowohl die theoretische als auch die praktische Prüfung bestanden und hielten gestern ihr Zertifikat in der Hand. Ab sofort dürfen sie Stadtführungen in Güstrow übernehmen.

"Ich wollte vor allem mehr über Güstrow wissen und habe deshalb den Kursus belegt", erzählt Hanna Neumann. Mehr als 40 Stunden Unterricht, Interessantes über die Stadt- und Landeshistorie, über die jüdische Geschichte über Künstler, die in Güstrow lebten, habe sie erfahren. Nun hat auch die Ruheständlerin die Prüfung abgelegt und darf künftig Gäste durch die Barlachstadt führen.

Für die 25-jährige Maren Granzow aus Passin hatte die Teilnahme einen ganz anderen Hintergrund. Sie ist Auszubildende im Gästehaus am Schlosspark. "Als künftige Kauffrau für Freizeit und Tourismus ist es wichtig, über die Stadt Bescheid zu wissen", erklärt sie. Maren Granzow merkt schon jetzt: Sie geht mit ganz anderen Augen durch die Stadt. "Zum Beispiel achte ich jetzt ganz anders auf die schönen alten Türen, die es in der Innenstadt gibt", sagt die Passinerin.

Jüngere und ältere Frauen und Männer nahmen an dem Kursus teil. Angelika Engelke, die derzeit in der Güstrow-Information tätig ist, war beispielsweise dabei. Gerade weil sie kein Prüfungsmensch sei, war sie froh, dass bei der Prüfung alles glatt ging. Geprüft wurden sie von Kathrin Bethke und Anita Rößner. Beide sind Stadtführer und ließen sich von den Prüflingen durch die Stadt führen. Kathrin Bethke ist seit mehr als zwölf Jahren Stadtführerin der Barlachstadt. Ihr ist wichtig, wie man die Schönheiten der Stadt und des Umlandes den Gästen nahe bringt. "Es gehört dazu, dass man seine Stadt liebt. Das spüren die Gäste", sagt sie.

Immer häufiger bekommt die Güstrow-Information Anfragen, ob Stadtführungen auch in englischer Sprache angeboten werden. Bisher gab es nur einen Stadtführer, der das kann. Seit gestern gehört auch Hartmut Fischer dazu. Der Ruheständler wohnt seit knapp zwei Jahren in M-V, ist in Hoppenrade zu Hause. "In der Zeitung habe ich gelesen, dass auch Englisch sprechende Stadtführer gesucht werden", erzählt er. Weil er nach der Schule auch in seinem Beruf Englisch gebrauchte, meldete er sich für diesen Kursus an. Denn zuerst musste er sich die Kenntnisse über die Stadt aneignen. Bereits eine Führung übersetzte er. "Das klappte besser, als ich dachte", fügte er hinzu. Für einen Stadtführer sei es wichtig, dass er auf Menschen zugehen kann und sich traut, zu sprechen. Das ist Hartmut Fischer nicht schwer gefallen. "Ich war Hallensprecher bei einem kleinen Basketballverein", erklärt er.
Sieglinde Seidel

[Güstrower Anzeiger 30.06.2010]