|
"Raubtier WG als neue Attraktion"  Drei (von neun) Wölfen im Freigehege des Güstrower NUP Güstrow/Jens Griesbach: Mit mehr als 150 000 Gästen erzielte der Güstrower Natur- und Umweltpark 2007 einen absoluten Besucherrekord. „Das bisher beste Jahr für uns“, so NUP-Leiter Klaus Tuscher. Der Park ist zu einem der wichtigsten Anziehungspunkte der Barlachstadt geworden. Doch Tuscher will noch mehr. In der SVZ verrät er die Vorhaben 2008.
Der NUP plant 2008 eine weitere Attraktion, der Park soll umgestaltet werden. Erläutern Sie das Großprojekt. Klaus Tuscher: Tiere stehen an der ersten Stelle der Besuchergunst. Deshalb planen wir eine „Raubtier-WG“. Noch dieses Jahr sollen die Arbeiten für ein sieben Hektar großes Gehege mit Wölfen, Bären, Luchsen und Wildkatzen beginnen. Außer den Wildkatzen sollen die Tiere zwischen den Gehegen wechseln können. Diese Art der Haltung mit einem Informationszentrum in der Mitte ist bundesweit neu. So bekommen die Tiere Natur pur und die Besucher können sich auf eine abenteuerliche Wissensvermittlung freuen.
Vertragen sich die Tiere denn untereinander? Klaus Tuscher: Luchse und Wölfe können ständig zueinander und beide können zu den Bären, wenn sie wollen. Wir wollen damit zur natürlichen Haltung zurück. Im Wald begegnen sich die Tiere ja auch. So lässt man keine Langeweile aufkommen. Es findet ja auch nicht das große Aufeinanderloslassen statt, sondern die Tiere werden schrittweise aneinander gewöhnt.  Die beiden Bären Fred und Frode Wie wollen Sie gewährleisten, dass die Besucher die Tiere in einem so großen Gehege auch zu Gesicht bekommen? Klaus Tuscher: Im Großgehege bekommen die Besucher Einblicke, können die Tiere aber nicht immer sehen. Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere sind wichtig. Bei den Wölfen gibt es bereits die Hochbrücke, bei den Bären die Besucherinsel mit Kameras für den Einblick in die Bärenhöhle. Bei den Luchsen und Wildkatzen sollman zukünftig auf Stegen durch die Baumwipfel und durch Wandelgänge am Boden gehen können. Im Infopunkt haben die Besucher die Tiere um sich, Kontakte sind möglich, Auge in Auge mit Wolf oder Luchs. Zudem gibt es feste Futterzeiten, bei denen man die Tiere sehen kann. Der Trend geht da hin, den Tieren mehr Raum zu gewähren.
Was planen Sie noch in 2008? Klaus Tuscher: Wir widmen uns dem Thema "Wiesen" und damit der Naturschutzarbeit. Ein großes Spinnennetz mit drei Gebäudeeinheiten soll in den NUP-Wiesen entstehen. 2009 soll alles fertig sein. Hier gibt es Ausstellungen zum Anfassen, duftende Blumen, summende Insekten. Auch ein grünes Klassenzimmer mitten in den Wiesen ist vorgesehen. Es entsteht also ein neues Bildungszentrum. Vergangenes Jahr haben unsere Pädagogen 15 000 Kinder durch den Park geführt. Ich will, dass noch mehr Kinder zu uns kommen.
Große Pläne, aber wie soll das alles finanziert werden? Klaus Tuscher: Stabile Besucherzahlen sind wichtig, so fließt Geld in den Park. Zudem wirbt unser 80 köpfiger Förderverein ständig Gelder von Sponsoren ein. 100 Unternehmen sind Partner des NUP. Darüberhinaus bemühen wir uns stets um Förderungen von EU, Bund und Land. Wir haben einen guten Ruf, so dass die Fördergelder meistens fließen. Ganz wichtig ist die Unterstützung durch die Stadt Güstrow und die Stadtvertretung.
Die Bezuschussung des NUP durch die Stadt steht immer wieder auf der Krippe. Bürgermeister Arne Schuldt sagte kürzlich, dass der Zuschuss nicht dauerhaft gehalten werden könne, wenn die Kreisumlage weiter steigt und die Einnahmen sinken. Was würde die Kürzung dieser Zuschüsse für den NUP bedeuten? Klaus Tuscher: Die jährlich 300 000 Euro von der Stadt sind wichtig für die Unterhaltung des Parks. Die neuen Projekte werden aus anderen Quellen finanziert. Wir brauchen das Geld unbedingt für die laufenden Kosten, Vorsorgung der Tiere, Energiekosten etc. Bei einer Kürzung müssten wir unser Angebot reduzieren. Anders geht es nicht. Man muss den NUP als wichtigen Anziehungspunkt für Güstrow sehen. Mit Partnern wie Hotels oder der „Oase“ bilden wir hier ein Netzwerk, um Touristen in die Barlachstadt zu ziehen. (SVZ vom 07.01.2008)  Die beiden Luchse im Güstrower NUP haben Nachwuchs bekommen und sind jetzt zu dritt.  Eine der drei kleinen Wildkatzen
|