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Prunkstück der Kunstgeschichte
Sanierung des Neustädter Altars im Güstrower Schloss geht in entscheidende Phase  Die Beteiligten am aufwändigen Restaurationsobjekt (v.l.): Museumsdirketorin Prof. Kornelia von Berswordt-Wallrabe, Sönke Reimers (Ospa), die Museumsleiterin Regina Erbentraut, Restaurator Fred Kluth und Museumsrestauratorin Kristina Hegner. Foto: Michael Nast Eine kleine Odyssee legte der größte norddeutsche Altar, der Neustädter Altar, zurück, bevor er seinen jetzigen Standort im Güstrower Renaissance-Schloss erreichte. Nun strahlt er bald wieder in altem Glanz, denn jetzt werden auch die Seitenflügel restauriert. Güstrow [Bernhard Fütterer]
In seiner ganzen Größe können Besucher im Güstrower Schloss das mittelalterliche Kleinod ab Oktober wieder bewundern. „Für den Erhalt eines der bedeutendsten Zeugnisse der norddeutschen Kunstgeschichte des Mittelalters setzen wir uns gerne ein“, sagt Claus Friedrich Holtmann, Vorstandsvorsitzender der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Nach einer ersten Notsicherung 2005 werden nun die Seitenflügel restauriert, die bisher für die Öffentlichkeit nicht zugänglich waren. Doch auch die linke Hälfte des Mittelteils wird im Rahmen des 35000 Euro teuren Projektes wieder aufgearbeitet. Das Prunkstück mit einer Spannweite von 7,60 Metern entstand in Lübeck. Dort behielt es seinen Standort in der Jacobi-Kirche. 1706 wurde es wohl von dort entfernt und wanderte später in der Zeit zwischen 1736 und 1746 nach Neustadt-Gleve. Damit erklärt sich der Name des Altars, der ab 1841 aus Bauschutt geborgen in die Großherzoglichen Altertümersammlung aufgenommen wurde. Prof. Kornelia von Benswordt-Wallrabe, Direktorin des Staatlichen Museums, die sich gestern vom Güstrower Museum verabschiedete, wies auf die „eleganten und weichen“ Formen hin. Im Zentrum des Werkes steht die Marienkrönung. Leider fehlten in der unteren Reihe zwei Halbfiguren. Die Restauratorin des Güstrower Museums, Dr. Kristina Hegner , kümmert sich um die notdürftigsten Arbeiten an den Exponaten und beschäftigt sich ausführlich mit dem wertvollen Altar. Besonders bedauert sie den Verlust zweier weiterer Seitenflügel des Werkes während seiner Odyssee, wahrscheinlich noch aus der Lübecker Zeit. Die Suche nach dem geheimnisvollen Aufenthaltsort verlief bisher ergebnislos. Unterstützer der umfangreichen Restaurierung ist auch die Ostseesparkasse. Deren Vertreter, SönkeReimers, wies angesichts der Finanzkrise darauf hin, dass jahrhundertalte Kunstwerke viele Krisenmomente überdauerten. In der Werkstatt des Restaurators Fred Kluth warten die Altarflügel bereits auf die Generalüberholung. Kluth wird in ersten Schritten die Vergoldung abkleben, den Kreidegrund sättigen, um daraufhin in der Fein- und Grobbehandlung mit Pinsel und Lösemittel zu arbeiten. Zuletzt stellt der Restaurator wieder ein einheitliches Aussehen des Altars her. Fertigstellung im Oktober. [SVZ vom 08.01.2009]
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