 Esel Tibo führte durchs Krippenmuseum - Birgit Schaub stellte Tobias Beyer, Daniel und Simon Stieger sowie Jonathan Beyer den Kinderführer vor. 20. Jahrhundert bald im Museum
Internationaler Museumstag in Güstrow: Kinderführer im Norddeutschen Krippenmuseum vorgestellt / Kunst-Reisen für Kinder im Schloss
Güstrow Das windige und kühle Wetter hielt Kunstinteressierte und Güstrower nicht davon ab, am gestrigen Museumstag die vielfältigen Angebote in der Barlachstadt zu nutzen. Für Daniel und Simon Stieger aus Güstrow zum Beispiel begann der Tag im Norddeutschen Krippenmuseum. Sie bekamen den Kinderführer "Mit Tibo auf dem Weg nach Bethlehem" in die Hand, der von Schülern der 7. Klasse des "Landesförderzentrums für den Förderschwerpunkt Hören" in einem einjährigen Projekt gefertigt wurde. Esel Tibo gibt hier eine kindgerechte Einführung in die Weihnachtsgeschichte und die Kinder haben allerhand Aufgaben zu lösen. Birgit Schaub, die dieses Projekt betreute, freute sich, das Heft zu präsentieren. "Dies ist eine Hilfe für Lehrer, hier im Krippenmuseum eine Unterrichtsstunde veranstalten zu können", sagte sie. Etwas Besonderes wurde am Nachmittag im Museum vorgestellt. Iris Brüdgam, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, präsentierte das neue Ausstellungsprojekt "Güstrow im 20. Jahrhundert". Das kann umgesetzt werden, weil es ins Investitionsprogramm der Stadt aufgenommen wurde und vom Kultusministerium eine Fördermittelzusage für dieses Jahr von 20000 Euro kam. Bisher dokumentiert das Güstrower Museum auf 500 Quadratmetern über zwei Etagen die Geschichte, Kunst und Kultur der Barlachstadt bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Für die Zeit danach reichte der Platz beim Einrichten des neuen Museums nicht. "Mit der Realisierung einer Dauerausstellung zum 20. Jahrhundert wird die umfangreichste Abteilung des Güstrower Stadtmuseums entstehen", so Iris Brüdgam. Als Kuratorin wird sie die Entstehung begleiten, die das Alltagsleben ebenso wie die Kultur und die Kunst beinhalten wird. In drei Jahresscheiben sollen die Arbeiten erfolgen. In diesem Jahr stehen Recherchearbeit und das Erarbeiten der Texte im Vordergrund. Gleichzeitig werden Raumnutzungskonzepte entwickelt und erste Restaurierungen in Auftrag gegeben. "Wir arbeiten hier auf zwei Ebenen gleichzeitig", erklärt die Kuratorin. Zum einen gibt es eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe, aber auch ehrenamtliche Güstrower bringen sich in einer weiteren Gruppe ein. Unter anderem gehören Friedrich Lorenz, Ulrich Schirow und Dieter Pocher dazu. "Jeder der möchte, kann hier aber seine Erfahrung einbringen", betont Iris Brüdgam. 2011 stehen erste Baumaßnahmen an, denn der Raum, der bisher für Sonderausstellungen bereit stand, soll für die neue Dauerausstellung etwas umgestaltet werden. 2012 ist dem Ausstellungsaufbau vorbehalten. Ein Wermutstropfen: Weil der Raum dann belegt ist, wird es künftig keine Sonderausstellungen im Museum mehr geben. "Das ist der Kompromiss, den wir eingehen müssen", erklärt Iris Brüdgam. Diese Ausstellungen werden künftig in der Wollhalle zu sehen sein. Im Museum und Schloss gab es zum Museumstag auch andere Themen. Monika Lehmann bot Kunst-Reisen für Kinder an und öffnete die Museumswerkstatt. "Wir hatten richtig Andrang", sagte sie. Mit Begeisterung waren die Porträtzeichner unter Leitung von Henning Spitzer bei der Arbeit. Wegen des Wetters zogen sie ins Foyer des Museums. Als aber der Güstrower Volkschor seine Lieder zum Abschluss anstimmte, lachte sogar die Sonne. Ein versöhnlicher Ausklang. Sieglinde Seidel
[Güstrower Anzeiger 17.05.2010]
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