 Schlossleiterin Regina Erbentraut freut sich, dass das Güstrower Schloss ab 2011 saniert wird. "Damit entsteht eine noch würdigere museale Präsentation." (Foto: Ove Arscholl) 18 Millionen fürs Güstrower Schloss
Das Schloss in der Barlachstadt wird in den kommenden vier Jahren saniert. 18 Millionen Euro aus EU-Mitteln werden verbaut. Deshalb ist der morgige 13. "Sommertraum am Alten Schloss" vorerst der letzte.
Güstrow Das Güstrower Schloss wird für insgesamt 18 Millionen Euro saniert. Diese stehen aus dem ELER-Programm der Europäischen Union zur Verfügung. "Im ersten Quartal 2011 werden wir mit den Bauarbeiten beginnen", sagt Christian Hoffmann vom Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL). Die bauliche Substanz des im 16. Jahrhundert erbauten Schlosses habe einen Zustand erreicht, der die Sanierung notwendig mache. Die letzte Komplettsanierung hat der Renaissance-Bau zwischen 1963 und 1978 erfahren. Derzeit laufen die Planungen für vier Bauabschnitte. "Zuerst sanieren wir den Nordflügel und dessen Dach sowie das Wirtschaftsgebäude", sagt Hoffmann. Im zweiten Bauabschnitt sind die übrigen Dächer und Fassaden dran, während zeitgleich der vierte Bauabschnitt mit der Sanierung des Gartens und der Gräben beginnt. Im dritten Bauabschnitt soll die Innensanierung erfolgen und die Ausstellungsgesatltung erneuert werden. Im Schloss führt Regina Erbentraut als Leiterin die Geschicke der musealen Ausstellung. "Ich freue mich, wenn das Schloss nach der Sanierung wieder eine würdige museale Präsentation bietet", sagt die Kunsthistorikerin. Das Schloss sei bei der letzten Sanierung nicht unbedingt für die museale Nutzung eingerichtet worden, was sich heute in scheinbar unmotiviert angebrachten Steckdosen und Lichtschaltern sowie Heizkörpern zeigt. "Wir haben Wände, an denen wir Kunstwerke zeigen könnten, an denen aber Heizkörper im Weg sind", erklärt Erbentraut. Deshalb freut sie sich besonders auf den Innenausbau, wenn sie gemeinsam mit dem Bauherrn abstimmen kann, wie die Sanierung für die anschließende Nutzung sinnvoll wäre. "Richtiges Licht und Klima sind das, was Kunst braucht", sagt Erbentraut. Wenn alles fertig sei, wolle man die Ausstellungen auch erweitern und beispielsweise alte Tapisserien zeigen, die bislang in den Archiven verborgen sind. "Solche Wandteppiche gehören einfach in ein so bedeutendes Schloss wie dieses." Wenn morgen ab 18 Uhr wieder internationale Künstler den Schlossgarten bevölkern, jährt sich das Kleinkunstfestival "Sommertraum am Alten Schloss" bereits zum dreizehnten und vorerst letzten Mal. "Das Vorerst ist mir dabei besonders wichtig", sagt Erbentraut, denn wenn die Sanierung im Jahr 2015 abgeschlossen ist, soll es weitergehen. "Das Fest ist etwas ganz besonderes mit einem besonders offenen Publikum." Auch die Künstler aus aller Welt kämen immer wieder gern, denn das Ambiente des Schlosses verzaubere sie ebenso wie die Besucher. "Das ist eben was ganz anderes, als in der Fußgängerzone aufzutreten." Morgen Abend werde sie einerseits traurig sein über die besvorstehende Pause, aber auch die große Aufgabe sehen, die Konzeption für die zukünftigen Sommerträume zu erarbeiten. "Ich hoffe, dass man das Fest sehr vermissen wird." Ove Arscholl
[Ostseezeitung 16. Juli 2010]
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