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Großes Ereignis nach Güstrow holen

Barlachstadt bewirbt sich um Landesgartenschau 2014/15/ Stadtvertretung beschloss Konzept/ Bewerbung per Fahrrad nach Schwerin bringen

Güstrow bewirbt sich um die Landesgartenschau (LaGa) 2014/15. Vor zwei Jahren begann die Arbeit am Konzept. Die Stadtvertretung beschloss es jetzt und beauftragte den Bürgermeister die Bewerbung bei der Landesregierung einzureichen. Am 29. September wird es – per Fahrrad – nach Schwerin gebracht. „Da die Bewerbung etwas Besonderes ist, wollen wir Güstrower mit dem Bürgermeister an die Spitze auch beim Überreichen einen besonderen und ökologisch korrekten Akzent setzen“, erklärt Olav Paarmann, Vorsitzender des Laga –
Fördervereins diese Idee.
Zu den Eckpunkten gehören der Investitionshaushalt von 33,1 Millionen Euro, die Gründung einer gemeinnützigen GmbH als 100-prozentige Tochter der Stadt, wenn Güstrow den Zuschlag erhält, sowie 500 000 prognostizierte Besucher als Basis für den Haushalt der Gartenschau von 5,263 Millionen Euro. Abgesichert werden die Finanzen außerdem durch einen Kommunalkredit, den die gGmbH aufnimmt, Umfang: die Hälfte des Gartenschau – Etats. Eine Bürgerschaft der Stadt sorgt wiederum für die Sicherung dieses Darlehens. Für Olav Paarmann sind gerade diese Punkte wichtig. Er betont, dass z.B. zwei Gutachten die Besucherprognose stützen.
Diesen Optimismus teilten auf der vergangenen Stadtvertretersitzung nicht alle. Hans–Georg Kleinschmidt (SPD) sieht die Gartenschau auch als „riskantes“ Unternehmen und meint, dass die Besucherzahlen nicht „seriös“ seien. Paarmann streitet nicht ab, dass es nach einer Befürwortung auf „einem steinigen Weg“ erst losgehen werde. Paarmann: „Aber wenn die Steine weggeräumt sind, wird man z.B. auf einem schönen Weg entlang der Stadtmauer gehen können“. Und der Vorsitzende des Fördervereins betont weiter: “Natürlich sind die Finanzen das Hauptthema. Aber das Konzept ist mit einem Baukastensystem so angelegt, dass nur die Investitionen realisiert werden, die bezahlt werden können.“
Das wiederum sei dann Sache der Stadtvertretung, wurde in der Diskussion zur Bewerbung betont. Bei der überwogen letztlich die positiven Dinge. Steffen Geufke (FPD) hob den „großen Standortvorteil“ heraus. Wilfried Minich (CDU) bescheinigte allen Mitwirkenden eine „professionelle und kompetente Arbeit“. Hartmut Reimann (SPD) sieht das Konzept auch als „Handlungsgrundlage in der Stadt bis über 2020“, wenn Güstrow keinen Zuschlag erhält. Burkhard Bauer (Die Linke) lobte die freiwillige Mitarbeit von vielen Seiten. Für ihn ist die Landesgartenschau in Güstrow sogar eine „einzigartige Chance“. Lothar Fila (Freie Wähler) sieht die Bewerbung ebenfalls positiv, meint aber, dass „viel Arbeit vor uns liegt“.
Sascha Zimmermann (FDP) betonte, dass „viel Geld in die Hand genommen wird“, bewertete das Konzept als sehr gut und sieht schon jetzt „einen Imagegewinn“ für Güstrow. Torsten Renz (CDU) Worte waren das Fazit der Diskussion, bevor der Beschluss mit einer Nein Stimme und zwei Enthaltungen das Stadtparlament passierte: „Die Stadtvertretung hat ihre Hausaufgaben gemacht.“
Die 2. Stadträtin Jane Weber dankte ausdrücklich denjenigen, die ehrenamtlich mitwirkten, um ein großes Ergebnis nach Güstrow zu holen.
Text: Hans-Jürgen Kowalzik
[SVZ, 20.09.2011]


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