 So wie rechts sollen die Wandmalerein im Altarraum des Güstrower Domes bald überall wieder leuchten. Noch viele Jahre zu tun
5. Bauabschnitt im Dom steht kurz bevor, aber Sanierung muss auch danach weitergehen
Während gestern neun Landesbischöfe im Güstrower Dom einen Gottesdienst feierten steht der 5. Bauabschnitt zur Sanierung des ältesten Sakralbaus der Stadt unmittelbar bevor. Mit diesem Abschnitt hoffte die Domgemeinde, die 2003 begonnene Sanierung endgültig abschließen zu können. Doch daraus wird nichts. Zahlreiche weitere Arbeiten werden noch Jahre in Anspruch nehmen.
Mit strahlenden Augen geht Propst Christoph Helwig durch den Dom. Große Freude überkommt ihn, wenn er sieht, was schon erreicht wurde. „Die bisherige Sanierung ist geglückt- innen wie außen“, stellt er fest. „Ist es nicht wunderschön, wie die Backsteine des Turms bei Sonnenaufgang leuchten?“ Helwig spricht von einer „harmonischen Baustelle“. Über die Bauarbeiten im Dom und die damit einhergehenden Beeinträchtigungen seiner Arbeit regt er sich nicht auf. „Man muss das vom Ende her denken“, sagt er. Doch dieses Ende ist immer noch nicht abzusehen. Auch wenn mit dem bald beginnenden 5. Bauabschnitt die wesentlichen Aufgaben geschafft sein werden, bleibt noch vieles zu tun. „Vor allem die Epithapien im Altarraum werden uns noch Jahre in Anspruch nehmen. Es ist eine schwere Aufgabe, diese hochwertige Kunst zu restaurieren“, sagt Helwig. Und erzählt weitere Aufgaben auf: Eine Abtrennung im Turmraum, sodass Besucher auch außerhalb der Öffnungszeiten einen Blick in den Dom werfen können, die Sakristei, die Gustav- Aldolf- Kapelle mit den Särgen der letzten herzoglichen Familie in Güstrow, Fußboden, Überarbeitung des Gestühls… „Wir müssen uns jetzt im Kirchgemeinderat noch einigen. Wie wir die Restaurierung fortsetzen“, so Helwig. Doch zunächst steht erst einmal der 5. Bauabschnitt bevor. Helwig rechnet in den nächsten Wochen mit dem Zuwendungsbescheid. Schon im Mai soll es losgehen. Der Altarraum wird dann komplett eingerüstet, der Altar provisorisch vorverlegt. Das Ulrich- Epitaph wird genau begutachtet, eine spätere Restaurierung geprüft. Zur Hauptaufgabe im 5. Bauabschnitt zählt die Wiederherstellung des aufgemalten Wandteppichs im Altarraum, es gibt verschiedene Varianten. Zudem muss das Gewölbe aus der Anfangszeit des Doms gefestigt werden. 370 000 Euro kostet dieser Bauabschnitt, der im November abgeschlossen sein soll. Eigenanteil der Domgemeinde: 80 000 Euro. Seit 2003 sind ca. 1,6 Millionen in die Sanierung des Domes geflossen. Propst Helwig ist froh, diese bewegende Zeit mitgestalten zu können. „Schließlich haben wir Jahrzehnte darauf gewartet“, sagt er. Als er 1983 nach Güstrow kam, gab es bereits eine Dombaukommission. Es dauerte noch 20 Jahre, bis es endlich losging. Jens Griesbach [Schweriner Volkszeitung 09.03.2009]
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