 Karsten Quasdorf arbeitet mit dem Bagger im Schlossgarten. Bagger im Güstrower Lustgarten
Nun endlich hat es angefangen: Bagger wühlen sich durch die Erde im Renaissancegarten am Güstrower Schloss, türmen Buchsbaum und Lavendel auf, Fahrzeuge transportieren den Aushub auf eine Bodendeponie.
Mit dem Garten beginnt das große Projekt der Sanierung der Schlossanlage. Allein für den Lustgarten sind knapp 3,7 Millionen Fördermittel veranschlagt, drei Viertel davon kommen aus EU-Töpfen. Hauptanliegen des Projekts ist der Austausch des Bodens auf dem knapp einen Hektar großen Areal. Als 1970 in der Südstadt gebaut wurde, kam ein Teil der dort ausgehobenen Erde in den Schlossgarten. Das minderwertige ziemliche verfestigte Material war ein Fluch für den Garten, immer wieder gab es Probleme mit Staunässe und nicht abfließendem Wasser. Die Gärtner mussten wahre Kunststücke vollbringen, um dennoch eine blühende Landschaft hinzubekommen. „Wir nehmen die Erde bis zu einer Tiefe von 80 Zentimetern auf und fahren sie auf eine Bodendeponie. Die Gewächse werden geschreddert und kompostiert.“, erläutert Bauunternehmer Lutz Geltmeier. Aufgabe seines Unternehmens ist es, die Vorbereitungen für eine Neuanlage des Gartens durch Landschaftsbaubetriebe im nächsten Jahr zu schaffen. Dazu gehört auch ein Drainagesystem im Garten zu verlegen, damit das Regenwasser künftig besser in den Schlossgrabe abfließen kann. Ausgenommen vom Rückbau ist der dichte Laubengang aus Hainbuche. Er bleibt in seiner jetzigen Form erhalten. „Wir achten sehr darauf, dass die Wurzeln nicht beschädigt werden“, verspricht Geltmeier, der seinen Part im Schlossgarten bis zum Jahresende abzuschließen hofft. Beim sich anschließenden Wiederaufbau des Gartens sind keine gravierenden Veränderungen vorgesehen. „Wir werden den Lustgarten so, wie er in den 1970er- Jahren angelegt wurde, wieder aufbauen, nur schöner“; sagt Projektleiter Dietmar Braune von der Schweriner Geschäftsstelle des Landesbetriebes für Bau und Liegenschaften (BBL). Dazu gehört der Erhalt der Gartenstruktur. Wie aus den Plänen hervorgeht, werden wieder neun, von Buchsbaum eingefasste Felder mit einem Herzbeet in der Mitte geschaffen. Hochwertiger und vielseitiger als bisher sollen die Pflanzen und Stauden, die den Garten schmücken, allerdings ausfallen. Zurückgegriffen werde auch auf Kräuter und Zierkohl, verrät Braune. In der Mitte der Felder sollen Apfelbäume gepflanzt werden, wie sie schon auf historischen Ansichten zu sehen sind. Beim Zeitplan will sich der Projektleiter nicht festlegen. Sollte Güstrow den Zuschlag für die Landesgartenschau (LaGa) bekommen und diese 2014 ausrichten, werde der größte Teil des Schlossgartens 2013 fertig gestellt. Sollte die LaGa erst 2015 kommen, wolle man sich mehr Zeit lassen.
Text & Foto: Christian Menzel Lokalnachrichten Oktober 2011
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