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"Der Rächer" ist eine der Lieblingsskulpturen von Esther da Costa Meyer (r). Gestern führte sie Helga Thieme von der Barlach-Stiftung durch die ständige Ausstellung am Inselsee.
Foto: Jens Griesbach

Von Güstrow nach Princeton

Große Barlach-Schau in den USA/ US- Professorin forscht in Atelierhaus am Inselsee


Eine Barlach-Ausstellung in den USA- das es zuletzt vor mehr als 30 Jahren. Ab Mitte Februar zeigt jetzt das Kunstmuseum der Elite-Universität Princeton Holzschnitte, Zeichnungen und Skulpturen des großen Künstlers. Die meisten Leihgaben kommen von der Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow.

Es handelt sich um das größte externe Ausstellungsprojekt der Güstrower Stiftung in diesem Jahr. Gezeigt werden in Princeton 60 Exponate, neben Skulpturen vor allem Barlachs Zeichnungen zum Nibelungenlied und seine Holzschnitte zu Goethes Walpurgisnacht. In der Vorbereitung der großen USA-Schau weilt noch bis heute die amerikanische Kunstgeschichtsprofessorin Esther da Costa Meyer in Güstrow. Die Barlach- Kennerin organisiert das parallel zur Ausstellung stattfindende Symposium zu Ernst Barlach. „Dazu wollte ich unbedingt vorher die Umgebung, in der Barlach gelebt und gearbeitet hat, kennenlernen“, sagt sie.
Zwei Tage studiert die Kunsthistorikern vor Ort im Ausstellungsforum am Inselsee. Originaldokumente und Werke von Barlach. „Ich bin das erste Mal in Güstrow, aber es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein“, sagt sie beeindruckt. Bei der Ausstellung in Princeton, das ca. eine Autostunde südlich von New York liegt, sollte die bedeutende Stellung Barlachs in der Kunst entsprechend gewürdigt werden. „ Er ist heute noch sehr modern. Das wollen wir zeigen“, sagt Esther da Costa Meyer.
Die Initiative der Princeton- Ausstellung, die am 19. Februar eröffnet wird und bis Mitte Juni geht, ging von dem emeritierten Geschichtsprofessor Peter Paret aus Princeton aus. Er verfügt nicht nur über eine eindrucksvolle Privatsammlung Barlachscher Werken, sondern sein Großvater war Paul Cassierer, Kunsthändler und Verleger von Ernst Barlach. Bereits mehrmals besuchte Paret auch die Barlach – Museen in Güstrow. Princeton sei schon immer ein Zentrum für deutsche Forschung gewesen, so Esther da Costa Meyer. Das Nibelungenlied sowie Goethes „Faust“ seien fester Bestandteil der Lehre an der Universität. Zudem wurde der „Faust“ in Princeton übersetzt. „Deshalb stellen wie speziell zu diesen Themen aus“, sagte sie.
Beim Symposium in Princeton Ende März sprechen auch Volker Probst, Geschäftsführer der Barlach- Stiftung Güstrow, sowie seine wissenschaftliche Mitarbeiterin Helga Thieme zur Hexen- Ikonografie bei Barlach und zu Barlachs Drama „ Der blaue Boll“ als einer Faust-Variante.
[Schweriner Volkszeitung vom 28.01.2009]


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