 Iris Brüdgam zeigt schon mal das frisch restaurierte Gemälde "Der Anfang" von Hermann Schepler. Es wird in der Ausstellung "Güstrow im 20. Jahrhundert" zu sehen sein und zeigt die kapflose Übergabe der Stadt Güstrow am 2. Mai 1949 an die Rote Armee. Foto: Regina Mai Zeit der Umbrüche abbilden
Kultur aktuell 2011: Arbeit am Projekt „20 Jahrhundert“ im Stadtmuseum/ Sonderausstellung zu Johnson
Güstrow Die wichtigste und zeitaufwendigste Arbeit im Stadtmuseum vollzieht sich hinter den Kulissen. Es wird weiter am Ausstellungsprojekt „Güstrow im 20. Jahrhundert“ gearbeitet. Doch bevor das 20. Jahrhundert in den Sonderausstellungsraum des Museums einzieht, ist dort dieses Jahr noch eine Präsentation geplant. Über die Sommermonate steht der Schriftsteller Uwe Johnson im Blickpunkt. Der Arbeitstitel: Von Güstrow in die Welt – zwei Ansichten. Texte von Uwe Johnson und Fotos von Heinz Lehmbäcker werden in der Sonderausstellung kombiniert, beschreiben und erklären einander, lenken die Gedanken. „Wir zeigen wichtige Lebensstationen des Schriftstellers“, berichtet Iris Brüdgam. Vorlage für die Ausstellung bietet ein Buch von Heiz Lehmbäcker, das sich allerdings allein mit Johnson in Mecklenburg befasst. In der Sonderausstellung im Stadtmuseum sollen auch Leipzig, Berlin, New York und Sheerness on Sea in Großbritannien, wo der Schriftsteller 1984 starb, eine Rolle spielen, „Heinz Lehmbäcker eine gebürtiger Güstrower, der heute in Berlin lebt, war seit der Schulzeit mit Johnson befreundet“, erzählt die Kuratorin des Stadtmuseums.
Selbstverständlich: Museumstag, Kunstnacht
Zum 19. Mal beteiligt sich das Güstrower Stadtmuseum am internationalen Museumstag am 15. Mai. Er steht unter der Überschrift: Museen, unser Gedächtnis. In guter Tradition, so betont Iris Brüdgam, seien das Kinder-Jugend-Kunsthaus, die Kreismusikschule und der Güstrower Volkschor an diesem Sonntag mit von der Partie. Das Programm werde noch erarbeitet. Gleiches gelte für die Güstrower Kunstnacht, an der man sich selbstverständlich beteilige. Und wenn der Kunst- und Altertumsverein in den Ferien wieder einen Kinderkunstkompass vorlegt, so wird auch das Stadtmuseum mit Angeboten für Jugendliche dabei sein. Denn in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sieht Iris Brüdgam eine wichtige Aufgabe des Museums. Auch in diesem Jahr werde man mit Projekttagen, Führungen und Vorträgen zur Stadt- und Residenzgeschichte Schulklassen in allen Altersgruppe ansprechen. Größte Aufmerksamkeit aber gilt dem Ausstellungsprojekt „Güstrow im 20. Jahrhundert“ , das viel Zeit und Recherche erfordert. „Nichts liegt fertig in der Schublade“, sagt die Kuratorin. An Fotos gäbe es allerdings einen guten Fundus. Viele dieser Aufnahmen werden an Multimedia-Stationen abrufbar sein. Das erspare viel Platz, der in einem einzigen Raum sehr begrenzt ist. In diesem Jahr sollen Ausstellungsvitrinen, Podeste und Wände für den Ausstellungsraum gefertigt werden. Parallel dazu laufe die inhaltliche Ausgestaltung und die Erarbeitung einer Begleitpublikation. Ohne die Unterstützung einer wissenschaftlichen Arbeitsgruppe und der Gruppe ambitionierter Güstrower Bürger mit Fachkompetenz sei das undenkbar, sagt Iris Brüdgam und blättert in einer Mappe mit vielerlei Materialien über Fritz Dettmann, darunter auch Tagebücher, die das Museum zur Verfügung gestellt bekam. „Es sind authentisch Dokumente, die die Person lebendig machen“, sagt Iris Brüdgam und hofft, bei der Lektüre neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie Fritz Dettmann die Gartenstadt- Bewegung nach Güstrow brachte. Text: Regina Mai
[Schweriner Volkszeitung 15./16.01.2011]
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