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Agenda-Zentrum "Wiesenwelten": Nup-Geschäftsführer Klaus Tuscher mit einem Modell des neuen Großvorhabens. Im März sollen die Bauarbeiten für das 1,2 Millionen Euro teure Projekt im Güstrower Natur- und Umweltpark beginnen. Foto: Maren Gläser

Von der Libelle bis zum Heckrind

Natur- und Umweltpark Güstrow will dieses Jahr das Großvorhaben "Wiesenwelten" verwirklichen / Baubeginn im März geplant

GÜSTROW - Mit der im Juni 2009 eröffneten Raubtier-WG lockte der Güstrower Natur- und Umweltpark (Nup) so viele Besucher wie noch nie an: Mehr als 160 000 kamen vergangenes Jahr, zieht Nup-Geschäftsführer Klaus Tuscher eine positive Bilanz. "Die Raubtier-WG mit Wölfen, Bären, Luchsen und Wildkatzen war der absolute Besuchermagnet", sagt er. "Unser Team von 25 Mitarbeitern war wirklich fleißig und der Erfolg hat sich eingestellt." Auch in dieses Jahr will der Nup mit einer neuen Attraktion aufwarten: Das Agenda-Zentrum "Wiesenwelten" ist mit 1,2 Millionen Euro das größte Bauvorhaben des Umweltparks 2010.

Wirtschaftsministerium fördert Vorhaben mit 80 Prozent

Schon im März sollen die Bauarbeiten beginnen. Das neue Großprojekt ist nur möglich, weil es zu 80 Prozent vom Wirtschaftsministerium MV gefördert wird. Am Rand der Nup-Wiesen soll ein Agenda-Zentrum mit einem breiten Bildungsangebot entstehen. "Hier wollen wir den Lebensraum Wiese erlebbar machen und zeigen, wie die Wiesen ökologisch bewirtschaftet werden", erklärt Tuscher. Auch ein "grünes Klassenzimmer" für Schulen ist im Agenda-Zentrum geplant. "Hier können die Schüler experimentieren." Vor dem Zentrum wird es zudem ein großes Spinnennetz mit einer überdimensionalen, begehbaren Spinne in der Mitte geben.

Neu: Wiesen mit dem Fahrrad erkunden

Neben den Pflanzen in den "Wiesenwelten" sollen auch die Tiere nicht zu kurz kommen. "Von der Libelle bis zum Heckrind", so Tuscher. Ob Insekten, Lurche, Moosfrösche, Esel, Schafe oder Pferde - bei einem Rundgang durch die Wiesen kann der Besucher alles erleben. "Es wird einen Wanderweg mit einzelnen Stationen geben. Ein richtiger kleiner Abenteuerpfad", sagt der Nup-Geschäftsführer. "Ziel ist es, zu zeigen, wie wichtig Wiesen mit ihrer ungeheuer großen Artenvielfalt für unser Leben sind." Der Nup will die Wiesen nutzen und gleichzeitig schützen.
Klaus Tuscher hofft mit den Arbeiten an den "Wiesenwelten" zügig voranzukommen. "Im Oktober sollen das Agenda-Zentrum und ein Teil der Stationen in den Wiesen fertig sein", sagt er. Das Projekt werde sich aber noch ins nächste Jahr ziehen. "Wir runden unseren Park mit diesem Projekt ab und schaffen eine neue Attraktion", ist er überzeugt. Auch Fahrräder sollen demnächst im Nup angeboten werden, um die Wiesen per Rad erkunden zu können. Die Vorbereitungen für einen Radrundweg durch den Güstrower Umweltpark laufen bereits.
Neben den "Wiesenwelten" werde auch die Raubtier-WG 2010 weiter das tragende Thema sein, kündigt Tuscher an. Wölfe, Bären, Luchse und Wildkatzen sollen zwischen ihren Gehegen auf dem sechs Hektar großen Areal wechseln können. "So weit sind wir allerdings noch nicht. Luchse und Wildkatzen haben gerade Junge bekommen. Deshalb gibt es hier noch keinen Austausch. Im Frühjahr sollen jedoch erstmals die Wölfe ins Bärengehege können. Dafür müssen die Bären aber zunächst aus ihrem Winterschlaf erwachen", sagt Klaus Tuscher. Text: Jens Griesbach

[Schweriner Volkszeitung 15.01.2010]