 So soll die Banderole aussehen, die den Barlachwein ziert, links ein Abbild des Reliefs. Banderole: Ernst Barlach nahm den Spruch "Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang" als Ausgangspunkt für die Darstellung einer bukolischen Idylle. Ein Paar gibt sich dem gemeinsamen Gesang hin, während der Wein selbst in seiner ursprünglichen Form als Rebe in Erscheinung tritt. Barlach ovales Relief "Wein, Weib und Gesang" entstand um 1903/04 in der Keramikwerkstatt Hermann Mutz in Altona, für die der Künstler etwa zur gleichen Zeit auch einen "Weinkühler mit Masken" und zwei "Bowiengefäße mit Masken" gestaltet hatte. Marketingcoup: „Barlachwein hat Bezug zum Leben des Künstlers“
Güstrow Etwas Besonderes sollte her im Barlach-Jubiläumsjahr, ein Produkt, mit dem Güstrower für sich werben kann. Warum nicht ein Wein, der Bezug zum großen Sohn der Stadt herstellt? So haben der Marketingbeirat der Stadt, die Güstrow-Information und auch die Barlachstiftung befunden – und sorgfältig abgewägt. „ Es sollte natürlich ein qualitätsvolles Produkt werden“, sagt Dr. Volker Probst, Geschäftsführer der Barlachstiftung. Und das sei es auch geworden. Wir packen nicht den Schwebenden auf die Flaschen“, so Probst. Nein. Die limitierten Auflage an Barlachweinen zum Jubiläum 2010 zeigt das Abbild einen Reliefs aus Mutzkeramik, das Barlach zwischen 1904 und 1905 in der Mutz-Werkstatt Herrmann Hamburg/Altona vergegenständlichen ließ. Es titelt „Wein, Weib und Gesang“, ein Mann, eine Frau und Weinreben sind darauf zu sehen. Im gleichen Zeitraum entstanden auch zwei Bowlengefäße und ein Weinkühler - ebenfalls aus Mutzkeramik. „Barlach hat sich also damals mit dem Thema Wein befasst“, so Probst, „er war auch ein Genießer.“ Wenn er Wein trank, dann vornehmlich roten. Deswegen wird es sich beim Barlachwein auch um einen Rotwein handeln. Der Güstrower Weinhändler Leopold Höglinger beschreibt dessen Geschmack als „fruchtig und trocken“, es handele sich um einen Couvèe, Ende dieser Woche schon erwarte er die Hauptlieferung. Sie kommt von einem Weinhändler aus der Pfalz. 600 Flaschen sind bestellt. Sie sollen ähnlich wie beim Goethewein der Güstrower Goethe-Ortsvereinigung etwa Referenten oder besonderen Gästen mitgegeben werden. In den Verkauf gehen sie lediglich in der Güstrow-Information. Das Relief, das zusammen mit einer Erklärung den Barlachwein zieren soll, ist nicht im Bestand am Heidberg – wohl aber ein Kristallkelch, der aus privater Hand in den Besitz der Stiftung kam. Probst: „Aus diesem Kelch soll Barlach seinen Wein getrunken haben.“ Text & Foto: kaho
[Schweriner Volkszeitung 27.01.2010]
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