 Im zweiten Obergeschoss steht Annamaria Düvel, Direktorin des Amtsgerichts, zwischen Kartons. Der Inhalt kommt ins Archiv. Foto: Mai Gericht wieder an historischem Ort
Nach zweijähriger Sanierung Arbeiten abgeschlossen/ Außenstelle Plauer Straße geschlossen/ Grundbuchamt bleibt an Goldberger Straße
Güstrow An der Wasserfassade stehen noch die Gerüste. Auf der oberen Etage bahnen sich Mitarbeiter und Besucher einen Weg vorbei an unzähligen Kartons. Darin verstaut sind Unmengen an Papier, wichtige Dokumente, die im Archiv ihren vorbestimmten Platz finden werden. Nach zwei Jahren Bauzeit ist das Amtsgericht in das historische Gebäude am Franz- Parr- Platz zurückgekehrt und hat seine Arbeit hier wieder aufgenommen. Es seien die berühmten Kleinigkeiten, die noch fehlen, beispielsweise die Beschilderung an den Türen. „Aber wir können hier arbeiten“, sagt Annamarie Düvel. Besonders froh ist die Gerichtsdirektorin, dass sich am Franz-Parr- Platz jetzt alle Gerichtsbarkeit unter einem Dach befindet. Die Außenstelle an der Plauer Straße – ein Gebäude, das man bisher mietete – sei aufgelöst. Lediglich das Grundbuchamt, das bis vor zwei Jahren am Franz- Parr- Platz untergebracht war, wird an der Goldberger Straße, wo das Amtsgericht in der Zeit der Sanierung untergebracht war, bleiben. Selbst in der Zeit des Umzugs sei man immer arbeitsfähig gewesen. Lediglich Verhandlungstermine habe es in den beiden Wochen nicht gegeben. Jetzt stehen dem Amtsgericht wieder vier Verhandlungssäle zur Verfügung. Ein weiterer kommt hinzu, wenn der große Saal mit einer mobilen Wand geteilt wird. „Am Gericht sind neun Richter tätig, die jeweils an zwei Tagen in der Woche verhandeln. Hinzu kommen die beiden Zwangsversteigerungsrechtspflegerinnen. Da benötigen wir den Platz“, betont Düvel. Einen deutlichen Schritt nach vorn bedeute auch das neue Archiv mit verschiebbaren Aktenschränken. In erster Linie müsse das Gebäude funktional sein. Andererseits sei bei der Sanierung auch der Geschichte des Hauses Rechnung getragen worden. Erhalten blieb beispielsweise der Treppenaufgang, von Fenstern und Fassade gar nicht zu reden. Auch bei der Farbgebung im Haus habe man sich viel Mühe gegeben – keine reinweißen Wände, sondern Grautöne in verschiedenen Abstufungen und Gerichtssäle in kräftigen Farben sind das Ergebnis. „Wenn wirklich alles fertig ist, werden wir einen Tag der offenen Tür anbieten“, kündigt die Direktorin des Amtsgerichtes an. Das könnte Spätsommer passieren. Mehrkosten für die Sanierung, die sich in erster Linie durch die Schwammbeseitigung – vorher so nicht absehbar – und einen deutlichen Mehraufwand bei der Erneuerung des Daches ergeben, würden jetzt noch einen finanziellen Nachschlag notwendig machen. Erst dann könne die Westfassade fertig gestellt werden. Insbesondere, darauf verweist Düvel, würden auch die Belange behinderter Menschen berücksichtigt. Neben der Auffahrrampe am Eingang sei ein Fahrstuhl eingebaut. Die Etagen werden angesagt. Wichtige Informationen für sehbehinderte Menschen gebe es in Blindenschrift. Außerdem werde im Eingangsbereich ein Grundriss des Gebäudes präsentiert, der für Sehbehinderte ertastbar ist. Regina Mai
[SVZ, 03.06.2011]
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